3,6 Mio. Euro für Krebsforschung in Essen
23.02.2026
Gefördert werden die Projekte „I-CHECK-HEART“ und „BALANCE-ET“, die unterschiedliche, sich ergänzende Aspekte moderner Krebsmedizin adressieren: Therapiesicherheit und personalisierte Langzeitversorgung.
KI-gestützte Nachsorge bei Immuntherapie
Mit knapp 1,8 Millionen Euro wird „I-CHECK-HEART“ unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, unterstützt.
Moderne Immuntherapien – etwa Checkpoint-Inhibitoren – aktivieren das Immunsystem gegen Tumorzellen und haben die Krebsbehandlung in vielen Bereichen grundlegend verbessert. Gleichzeitig können sie seltene, aber potenziell schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Myokarditis, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz auslösen.
„I-CHECK-HEART“ ist daher ein Projekt der kardio-onkologischen Forschung. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen Herzkomplikationen unter Immuntherapie frühzeitig erkannt, besser überwacht und individuell vorhergesagt werden. Ziel ist es, die Sicherheit moderner Krebstherapien weiter zu erhöhen – ohne ihre Wirksamkeit zu beeinträchtigen.
Personalisierte Strategien bei Brustkrebs
Ebenfalls mit rund 1,8 Millionen Euro fördert das BMFTR das Konsortium „BALANCE-ET“. Die Gesamtkoordination liegt beim Universitätsklinikum Essen unter der Leitung von Prof. Kathrin Thedieck, die am Research Center One Health Ruhr die Abteilung „Metabolism, Senescence and Autophagy“ führt.
Im Fokus steht hormonrezeptor-positiver (HR+) Brustkrebs – die häufigste Form der Erkrankung. Viele Patientinnen überleben dank moderner Therapien, leiden jedoch unter Langzeitfolgen der endokrinen Therapie oder sind von Rückfällen betroffen. Jährlich kommt es in Deutschland zu mehr als 20.000 Wiedererkrankungen.
„BALANCE-ET“ kombiniert molekulare Analysen aus Flüssigbiopsien mit klinischen Verlaufsdaten und Angaben zur Lebensqualität. Mithilfe systemmedizinischer Methoden sowie künstlicher Intelligenz sollen individuelle Rückfallrisiken präziser bestimmt und Therapien künftig besser auf das persönliche Risikoprofil abgestimmt werden.
Zum Verbund gehören Partner in Heidelberg (DKFZ), Berlin (Berlin Institute of Health in der Charité), Dresden, Augsburg sowie die Medizinische Universität Innsbruck. Die Zusammenarbeit verschiedener Biobanken ermöglicht einen einzigartigen longitudinalen Forschungsansatz.
Mit beiden Projekten wird die Krebsforschung am Standort Essen gezielt gestärkt – sowohl im Bereich der personalisierten Onkologie als auch in der Verbesserung der Therapiesicherheit. Ziel ist es, Prognose, Lebensqualität und Versorgungsqualität von Krebspatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern.
Weitere Infos gibt es hier: https://udue.de/1884
Foto: © Andre Zelck
Gruppenfoto am Weltkrebstag 2026 (v.l.n.r.): Prof. Dr. Jan Buer, Prof. Dr. Martin Schuler, Prof. Dr. Michaela Frye, Prof. Dr. Jens Siveke, Prof. Dr. Angelika Eggert und Matthias Hauer
